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Kreative Räume Wien 2018-11-13T16:47:56+00:00

SERVICE

 BÜRO FÜR LEERSTANDS-AKTIVIERUNG

Kreative Räume Wien – Büro für Leerstandsaktivierung unterstützt kooperative Nutzungskonzepte und die Öffnung von Leerständen für Nutzungen aus den verschiedensten Bereichen wie Kultur, Soziales, Kreativwirtschaft, Dienstleistung und Stadtteilarbeit.

Kreative Räume Wien vermieten keine Räume und vergeben keine Förderungen, helfen diesbezüglich aber gerne im Rahmen der kostenlosen Beratungen weiter.

 BERATUNG

Kreative Räume Wien beraten Raumsuchende und Nutzer_innen kostenlos bei der Öffnung von leerstehenden Flächen und bei der Suche nach Räumlichkeiten sowie Immobilieneigentümer_innen hinsichtlich Nutzungsmöglichkeiten leerstehender Liegenschaften.

Persönliche Beratungen bieten wir jeden Dienstag von 13.00 – 17.00 Uhr in unserem Büro in der Marxergasse 24/2, 1030  Wien, an. (Um eine kurze Anmeldung via office@kreativeraeumewien.at wird gebeten.)

Telefonische Beratung unter +43 (0)676 643 20 66 ist von Montag bis Freitag von 11.00 – 15.00 Uhr verfügbar.

Hinsichtlich rechtlichen Fragen in Zusammenhang mit Zwischennutzungen oder Leerstandsaktivierungen bieten wir eine zusätzliche rechtliche Beratung an.

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ÜBER UNS

KREATIVE RÄUME WIEN

KREATIVE RÄUME WIEN – Büro für Leerstandsaktivierung befasst sich seit 2016 im Auftrag der Wiener Stadtratsbüros

  • für Kultur und Wissenschaft,
  • für Finanzen, Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales, und
  • für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung

mit den Bereichen Leerstand und Raumnutzung durch Kultur, Soziales, Kreativwirtschaft und Stadtteilarbeit.

Das Büro unterstützt und begleitet die Öffnung von Leerständen für längerfristige oder temporäre Nutzungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Beratung von Raumsuchenden und Nutzer_innen sowie Liegenschaftseigentümer_innen, auf Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit sowie auf Sensibilisierung hinsichtlich der Themen Leerstandsaktivierung und -vermeidung, Zwischennutzung und kooperative Nutzungskonzepte.

In unserer Arbeit ist die Einbindung verschiedenster Akteur_innen sowie der Blick auch auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte zentral. Diese langfristige und vernetzte Perspektive ist notwendig, um Projekte im Sinne einer langfristigen und vielfältigen Leerstandsaktivierung und -vermeidung anzustoßen.

Das Büro KREATIVE RÄUME WIEN setzt sich aus drei Akteur_innen aus folgenden Bereichen zusammen:

  • SOHO in Ottakring (Schnittstelle zu Kulturschaffenden und kulturellen Nutzung)
  • BÜRO KLK – Kohlmayr Lutter Knapp (Schnittstelle zur Immobilienbranche und Stadtentwicklung)
  • Pepelnik & Karl (Schnittstelle und Expertise für rechtliche Fragen und Beratung)

Thomas Kerekes
© Mehmet Emir

Ula Schneider
© Mehmet Emir

Christian Knapp
© Mehmet Emir

Harald Karl
© Mehmet Emir

INFORMATIONEN

LEERSTAND und LEERSTANDS-AKTIVIERUNG

Ein Atelier, Vereinsräume für zivilgesellschaftliche Initiativen, eine Produktions- und Präsentationsstätte für Designer_innen, Proberäume, eine Werkstätte – auf der einen Seite sucht eine große Zahl an Stadtbewohner_innen Raum für ihre Tätigkeiten. Die Realisierung vieler Ideen in verschiedensten Bereichen wie Kunst und Kultur, Soziales, Kreativwirtschaft, Dienstleistung, Bildung und Stadtteilarbeit hängt jedoch stark von der Verfügbarkeit leistbarer Räumlichkeiten ab.

Auf der anderen Seite gewinnt das Thema Leerstand und Umgang mit leerstehenden Flächen im urbanen Kontext seit Jahrzehnten an Bedeutung. Zahlreiche Initiativen, Studien und Plattformen tragen einen großen Teil zu dieser Aufmerksamkeit bei. Raummangel auf Seiten potentieller Nutzer_innen und ineffiziente Flächennutzung, unbelebter öffentlicher Raum und sich verschlechternde Bausubstanz sind Herausforderungen in Zusammenhang mit Leerstand. Durch Leerstandsaktivierung bzw. Leerstandsvermeidung z.B. im Neubau kann hingegen mit dem Ziel einer nachhaltigen Nutzung von Flächen dem Thema „leistbarer Raum“ für Raumsuchende und Nutzer_innen begegnet werden.

Unter Leerstandsaktivierung ist die Öffnung und Wieder-Nutzbarmachung von sonst brachliegenden Räumen und ungenutzten Flächen zu verstehen. Bei der Frage nach einer entsprechenden Raumproduktion spielt eine Vielzahl an Beteiligten eine Rolle: Nutzer_innen, Immobilieneigentümer_innen, städtische Verwaltung, Stadtbewohner_innen, lokale Geschäftstreibende und Nachbarschaften. Geöffnet und wieder-genutzt werden dabei nicht nur Erdgeschoßlokale, sondern auch Grünflächen oder Brachen, Sportanlagen oder aufgelassene Büros und Fabrikflächen vergangener Dekaden.

Ein Schritt der Stadt Wien, um das Thema Leerstand und Leerstandsaktivierung stärker auf die städtische Agenda zu setzen, war die Entwicklung der Service- und Beratungsagentur Kreative Räume Wien – Büro für Leerstandsaktivierung.

RECHTLICHE RAHMEN-BEDINGUNGEN

Bei der Nachnutzung und Leerstandsaktivierung von Immobilien sind zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen, vor allem wenn die neue Nutzung in ihrer Funktion nicht der vorherigen entspricht. In vielen Fällen wird es notwendig sein, sich mit Widmungen, Genehmigungen, Energieversorgung, etc. auseinanderzusetzen, bevor eine Immobilie wieder genutzt werden kann. Nutzer_innen und Immobilieneigentümer_innen werden von uns gerne unbürokratisch beraten und bei speziellen Fragestellungen an die entsprechenden Stellen verwiesen.

Mietvertrag, Leihvertrag und Prekarium

Herkömmliche Mietverträge unterliegen zumeist dem Mietrechtsgesetz (MRG) und sind daher für Leerstandsaktivierungen von nur kurzzeitig leerstehenden Objekten wenig geeignet. Bei Mietverträgen besteht jedoch selbstverständlich die Möglichkeit der zeitlichen Befristung des Mietvertrags. Befristungen müssen aber schriftlich vereinbart werden, sonst liegt ein unbefristeter Mietvertrag vor. Abgesehen von der Möglichkeit der zeitlichen Befristung sind die Mietverträge im Anwendungsbereich des MRG nur aus den gesetzlichen normierten wichtigen Gründen kündbar.

Vom Mietvertrag zu unterscheiden ist der Leihvertrag und das Prekarium (oder auch Bittleihe). Diese Verträge unterliegen grundsätzlich nicht dem Mietrechtsgesetz, sondern den Bestimmungen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB). Maßgeblicher Unterschied ist hierbei, dass Leihnehmende kein Entgelt entrichten und auch sonst keine wirtschaftlich bewertbare Gegenleistung für die Einräumung des Nutzungsrechts erbringen (sonst liegt ein Mietvertrag vor). Es ist jedoch von Vorteil, wenn sich die Leihnehmenden zur Tragung der laufenden Kosten verpflichten (Betriebskosten, Energiekosten, etc.).

Das Prekarium ist grundsätzlich jederzeit widerrufbar, das heißt die Leihgebenden können auch kurzfristig die Rückstellung und Räumung verlangen. Das Prekarium bietet also wenig Rechtssicherheit für Leihnehmende. Prekarium Mustervertrag (ca. 500KB)

Der Leihvertrag ist hingegen meist zeitlich befristet oder wird jedenfalls mit einer Kündigungsregelung verbunden. Im Unterschied zum Mietvertrag im Anwendungsbereich des MRG bedarf es keiner Kündigungsgründe für die Beendigung. Leihgebende können aber nur zu den vereinbarten Zeitpunkten die Rückstellung fordern.

Kommen Leihnehmende der Verpflichtung zur Räumung und Rückstellung nicht nach, müssen Leihgebende wie beim Mietvertrag mittels Räumungsklage gegen Leihnehmende gerichtlich vorgehen.

WEITERFÜHRENDES

INITIATIVEN und SERVICES

Die Wiener Gebietsbetreuungen Stadterneuerung sind eine Service-Einrichtung im Auftrag der Stadt Wien und bieten Information, Beratung und Projekte in Zusammenhang mit lokalen Stadtentwicklungsprozessen und der Beteiligung der Stadtbewohner_innen. Sie sind auch eine der Ansprechpartner_innen für lokale Initiativen oder Vorhaben. https://www.gbstern.at/

Die Stadtteilpartnerschaften sind eine Initiative der Gebietsbetreuungen. Durch das Projekt werden Menschen, die Platz haben, und Menschen, die Räume suchen, in den jeweiligen Stadtteilen vernetzt.

https://www.gbstern.at/themen-projekte/stadtteilpartnerschaft/

Freie Lokale (Wirtschaftskammer Wien)

Freie Lokale (freielokale.at) ist ein Service der Wirtschaftskammer Wien. Auf der Seite findet sich ein Überblick über Geschäftslokale in Wien, die zur Miete freistehen.

https://www.freielokale.at/genticscms/Startseite.html

Lokale Agenda

Die Lokale Agenda 21 Wien fördert Bürger_innenbeteiligungsprozesse im Rahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Durch Agendabüros in einzelnen Wiener Bezirken als auch die Programme Grätzloase und ELLA unterstützt sie die Stadtbewohner_innen dabei, ihr Grätzl lebenswerter mitzugestalten, und bietet Möglichkeit, über Veränderungen im Stadtteil mitzuentscheiden.

https://www.la21wien.at/alle-projekte.html

Wirtschaftsagentur Wien Förderprogramm Nahversorgung

Die Wirtschaftsagentur Wien stellt u.a. ein Förderprogramm für Gründer_innen im Bereich Nahversorgung und Stadtbelebung bereit. Dabei wird auch die Reaktivierung von leerstehenden Lokalen in der Erdgeschoßzone gefördert. (Von der Förderung ausgenommen sind Vereine)

https://wirtschaftsagentur.at/foerderungen/programme/nahversorgung-und-stadtbelebung-84/

STUDIEN und GUIDES

Räume Kreativer Nutzungen

Die Publikation Räume Kreativer Nutzungen – Potenziale für Wien wurde im Auftrag von departure durchgeführt und stellt eine Bestandsaufnahme kreativer Nutzungen in Wien bereit. Fragen nach der Beziehung zwischen kreativen Nutzungen und urbanem Raum sowie nach der Förderung und Entwicklung des Potenzials kreativer Nutzungen bilden den Hintergrund der Studie.

https://issuu.com/departure/docs/layout_final_neu_issuu

Werkstattbericht Perspektive Erdgeschoss

Der Werkstattbericht „Perspektive Erdgeschoß“ beschäftigt sich mit Leerstand bzw. “Nicht-Nutzung” von Flächen im Erdgeschoß. Durch Werkstatt- und Arbeitsgespräche sammelt der Bericht Erfahrungen von lokaler und gesamtstädtischer Ebene zusammen. Der Fokus bei der Frage nach möglicher Nutzung liegt dabei nicht auf dem Handel, sondern auf verschiedensten Nutzformen, die eine Belebung der Umgebung unterstützen können.

Der Bericht erfolgte im Auftrag der MA 18 und wurde durch den Fachbereich Infrastruktur- und Umweltplanung des Departments für Raumentwicklung an der TU Wien durchgeführt.

https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/studien/pdf/b008355.pdf

DIY GBs

Die Gebietsbetreuungen Stadterneuerung haben eine Broschüre zusammengestellt, die bei der Umsetzung unterschiedlicher Projekte auf lokaler Ebene helfen und zur aktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Wohnumgebung motivieren soll. Die Realisierung von Initiativen einer aktiven Stadtgesellschaft erfordern mitunter spezifisches Wissen: Welche Behördenwege sind erforderlich, wo gibt es Anlaufstellen, welches Know-how wird benötigt?

Die Stadtanleitung stellt hier eine Sammlung praktischer Tipps, verschiedenster Ideen und theoretischer Anleitungen zum Mitgestalten öffentlichen Raums bereit.

https://www.gbstern.at/fileadmin/redaktion/PRESSE_UND_DOWNLOADS/Downloads/PDF-Dokumente/DIY_Stadtanleitung_2016.pdf

Perspektive Leerstand I-III

Zwischen 2011 und 2013 entstand die dreiteilige Studie „Perspektive Leerstand“. Angestoßen von der IG Kultur Wien (Interessengemeinschaft und -vertretung der freien und autonomen Kulturarbeit in Wien) erfolgten die ersten beiden Teile im Auftrag der IG Kultur Wien und wurden durch die MA7 Kulturabteilung der Stadt Wien gefördert. Die dritte Studie erfolgte im Auftrag der MA 18. Die wissenschaftliche Leitung lag beim Fachbereich Soziologie des Departments für Raumplanung an der TU Wien.

Im ersten Teil setzt sich die Studie mit den Hintergründen von Leerstand in Wien, aktuellen Diskursen und einer Aufarbeitung verschiedenster Nutzungen in Wien seit den 70er Jahren auseinander.

https://www.igkulturwien.net/fileadmin/userfiles/Studien/Studie_Perspektive_Leerstand_Teil1.pdf

Der zweite Teil befasst sich mit den Bedingungen von Leerstandsnutzungen in Wien, wobei verschiedenste Dimensionen wie räumliche, rechtliche und akteur_innenbezogene Aspekte in ihrer Verschränkung berücksichtigt werden. Internationale Beispiele bilden den Hintergrund für die Untersuchung der Wiener Situation.

https://www.igkulturwien.net/fileadmin/userfiles/Studien/perspektive_leerstand/studie-perspektiveleerstand-part2.pdf

Der dritte Teil mit dem Untertitel „Zum Themengebiet Leerstandsnutzung und deren Management anhand einer Good-practice-Analyse“ vertieft die Ergebnisse der ersten beiden Teile und sucht auf Basis der Analyse internationaler Beispiele nach Empfehlungen für den Diskurs und planerischen Umgang mit Leerstand in Wien.

https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/studien/pdf/b008349.pdf

BSP AKTEUR_INNEN

IMGRÄTZL und RAUMTEILER

imGrätzl und Raumteiler sind Initiativen im Bereich kooperative Raumnutzung und gemeinschaftliche Aktivierung von Flächen. Kreative Räume Wien steht in Austausch mit dem Team und arbeitet immer wieder in Rahmen von Kooperationen mit der Initiative zusammen.

Die Plattform imGrätzl hat sich zum Ziel gesetzt, lokale Akteur_innen, Initiativen und Unternehmer_innen sowie ihre Arbeiten, Angebote und Projekte im Stadtteil sichtbar zu machen. Schnell sei dem imGrätzl-Team klargeworden, dass Raum auch in diesem Zusammenhang großes Thema ist, so Mirjam Mieschendahl von imGrätzl.

Seit November 2017 bietet daher der Raumteiler auf der Plattform  die Möglichkeit, sich als Raumsuchende oder Nutzer_innen zusammenzuschließen, um Räume gemeinsam zu mieten und damit Flächen und Kosten zu teilen. Dabei geht es auch um ein Umdenken, wie Räume genutzt werden können: Temporäre Arbeitsmodelle oder Anbieter_innen, die z.B. nur 2 Abende die Woche einen Raum benötigen, können sich bei denjenigen einmieten, die schon Räumlichkeiten haben und diese teilen möchten. Die Leistbarkeit von Räumen ist aber nur ein Aspekt, es gehe dem imGrätzl-Team auch um die Möglichkeit des ‚Andockens’ – weg vom Einzelkämpfer_innentum hin zu einem stärkeren kooperativen Miteinander.

Anfang 2018 erschien weiters der Raumteiler Guide 2018 (zum Download verfügbar), der einen Überblick und Informationen rund um das Thema kooperative Raumnutzung von leerstehenden oder bereits gemieteten Räumen bietet.

Am 15. Juni fand zudem das Raumteiler Festival 2018 in der Nordbahnhalle statt. Hier hatten Selbständige, lokale Akteur_innen, Raumsuchende, Raumhabende sowie Initiativen, die im Feld Leerstandsaktivierung und Raumnutzungskonzepte tätig sind, die Möglichkeit, sich zu vernetzen, Räume und Kooperationspartner_innen zu finden.

CREATIVE CLUSTER TRAKTORFABRIK

Der Creative Cluster Traktorfabrik in Floridsdorf ist ein Wiener Beispiel für Leerstandsaktivierung bzw. kulturelle Zwischennutzung von ehemaligen Industriegebäuden. 1913 erbaut, wird seit Herbst 2017 das leerstehende Maschinenmagazin der Traktorfabrik als Produktionswerkstätte für bildende und darstellende Kunst zwischengenutzt – vorerst auf ein Jahr befristet, mit Option auf Verlängerung.

Als Raumunternehmer koordiniert Karim El Seroui rund 3000 m2: zum einen ca. 2000 m2 Studiofläche für 40 Kunstschaffende, darunter als Kooperation 15 Absolvent_innen der Akademie der Bildenden Künste. Zum anderen kommen eine Siebdruckwerkstatt und eine Industriehalle von ca. 1200 m2 für Ausstellungen, Veranstaltungen, Theater- und Filmproduktionen hinzu.

Entstanden ist das Zwischennutzungsprojekt als der Künstler und Architekt im April 2017 selbst auf Studiosuche war. In Zusammenarbeit mit den KRW kam die Traktorfabrik als mögliche gemeinsame Arbeitsfläche für mehrere Kunst- und Kulturschaffende ins Spiel, Karim El Seroui entwickelte dafür das Konzept des Creative Clusters. Die KRW unterstützten mit rechtlicher Beratung, bei der Vernetzung mit dem Bezirk sowie bei den Verhandlungen mit dem Eigentümer um einen günstigen Preis. Mit September 2017 zogen über einen Open Call die ersten Künstler_innen, Designer_innen und Kreativ-Unternehmer_innen ein.

Wunsch des Creative Clusters ist es, längerfristig Kulturarbeit in der Traktorfabrik zu leisten, so der Künstler: das wirke sich – neben dem günstigen Arbeitsraum für Kunst- und Kulturschaffende – auch positiv auf den Bezirk aus. Wie lange die Nutzung tatsächlich möglich ist, hängt von den Plänen des Eigentümers ab. Generell sei ein Umdenken hinsichtlich Leerstandsaktivierung und Zwischennutzung in Wien essentiell, meint El Seroui. Viele Eigentümer_innen würden trotz lange leerstehender Liegenschaften an zu hoch angesetzten Mietpreisen festhalten. Hier müsse eben ein Umdenken stattfinden, um Projekte wie den Creative Cluster leichter zu ermöglichen und vermehrt leistbare Flächen für Raumsuchende zu öffnen, so El Seroui: „Bevor Flächen jahrelang leer stehen, warum diese nicht anbieten – an Kultureinrichtungen, an soziale Projekte, an Start-ups, an Bildungs- und Forschungsprojekte, die alle dringend Raum bräuchten?“ Allerdings geht es hier nicht alleine um Sensibilisierung und finanzielle Möglichkeiten, sondern auch um die gesetzlichen, politischen und strukturellen Rahmenbedingungen; z.B. wären Adaptierungen in der Bauordnung hinsichtlich einer Ermöglichung von temporären Nutzungen zu überprüfen.

KÜNSTLERHAUS 1050

Als eine der ersten Leerstandsaktivierungen, im Rahmen derer die Kreativen Räume Wien unterstützten, gilt die Nutzung leerstehender Räumlichkeiten in der ehemaligen Textilfabrik des Unternehmers Altman durch das Künstlerhaus 1050. 2016 vorübergehend vom Hauptsitz am Karlsplatz wegen Generalsanierung ausgezogen, steht dem Künstlerhaus bis zum Wiedereinzug am Karlsplatz das 4. Stockwerk im gewerblichen Gebäudeteil des früheren Fabrikareals im 5. Bezirk zur Verfügung.

Im Rahmen der Suche nach temporären Ersatzräumlichkeiten für das Künstlerhaus während der Renovierungsarbeiten kontaktierte das Team auch die Kreativen Räume Wien. Anfang 2016 kam man hinsichtlich des Standorts Siebenbrunnenstraße 19-21 mit dem Eigentümer ins Gespräch. Nach 2-monatiger Instandsetzung der zuvor als kleinteilige Büros dienenden Fläche in geeignete Ausstellungs- und Veranstaltungs-Räume konnte das Künstlerhaus 1050 offiziell eröffnet werden (bis auf große Abrisse und die Installation der Elektrik übernahm das Künstlerhaus-Team alle weiteren Arbeiten in Eigenregie).

Natürlich ist die Situation im 5. Bezirk eine andere als im Haus am Karlsplatz, wo man sich inmitten der etablierten Wiener Hochkultur befindet, meint Nadine Wille vom Künstlerhaus. Die Verbindungen zur Umgebung gestalten sich positiv, es gibt teils regen Austausch mit dem Bezirk selbst sowie mit anderen im 5. tätigen Akteur_innen wie z.B. dem volxtheater, der VHS oder im Rahmen der Vienna Art Week.

Die Immobilienfirma sehe die Nutzung der leerstehenden Flächen durch das Künstlerhaus positiv. Auch verlief die Verlängerung der Zwischennutzung auf 2019 problemlos, nachdem sich der Rück-Umzug des Künstlerhauses auf den Karlsplatz verzögert, so Nadine Wille. Wünschenswert und auch für die Umgebung positiv wäre es, wenn die Räume nach dem Auszug des Künstlerhauses 1050 weiterhin einer zugänglichen Kunst- und Kultur-Arbeit dienen würden.

KONTAKT

KONTAKT

KREATIVE RÄUME WIEN – Büro für Leerstandsaktivierung

KRW Kreative Räume Wien GmbH
@Das Packhaus
Mag. Thomas Kerekes MSc. BSc.
Marxergasse 24/2
1030 Wien

E: office@kreativeraeumewien.at
T: +43 (0)676 643 20 66 (Montag bis Freitag von 11.00 – 15.00 )

PRESSE

Bei Interviewwünschen und sonstigen Anfragen wenden Sie sich bitte an:

E: presse@kreativeraeumewien.at
T: +43 (0) 677 627 93 130

Medieninformation

Aktuelle Medieninfo (Stand 22.06.2018)

FAQ

FAQ

Die KRW sind eine Service- und Beratungseinrichtung im Feld der Leerstandsaktivierung, Leerstandsverhinderung in neuen Stadtentwicklungsgebieten, Zwischennutzung und kooperativen Nutzung. Wir unterstützen und begleiten die Öffnung von Leerständen für dauerhafte oder temporäre Nutzungen aus den verschiedensten Bereichen wie Kultur, Soziales, Kreativwirtschaft, Dienstleistung und Stadtteilarbeit.

Die KRW sind Ansprechpartner für Akteur_innen aus Kunst und Kultur, Kreativwirtschaft, Soziales und Bildung, Stadtteilarbeit und Zivilgesellschaft, die nach leistbaren Räumlichkeiten für ihre Tätigkeiten suchen, sowie für Immobilieneigentümer_innen, die leerstehende Liegenschaften einer Nutzung zuführen möchten.

Die KRW fassen „kreativ“ als weiten Begriff. Es geht um engagierte Initiativen, Projekte und Nutzungen, die sozial, kulturell oder gesellschaftlich in den Raum und über diesen hinaus in die Stadt Wien hineinwirken.

In den kostenlosen Beratungen informieren die KRW Raumsuchende – je nach den sehr unterschiedlichen Anforderungen – über Angebote und Plattformen hinsichtlich kooperativer Raumnutzung und Leerstandsaktivierung und unterstützen bei der Vernetzung mit städtischen oder außerstädtischen Kooperationspartner_innen. Die KRW begleiten Nutzer_innen auch während des Prozesses einer Leerstandsaktivierung.

Die KRW informieren Immobilieneigentümer_innen über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten leerstehender Liegenschaften. Besteht Interesse seitens der Eigentümer_innen länger oder nur kurz leerstehende Flächen für Nutzungen zu öffnen, vernetzen wir diese mit Raumsuchenden. Die KRW bieten in weiteren rechtlichen Belangen Unterstützung z.B. bei der Vertragsabwicklung an.

Nein, die KRW vermieten keine Räumlichkeiten. Die KRW zielen darauf, Raumsuchende mit Raumhabenden oder auch Suchende unter einander zu vernetzen.

Nein, die KRW vergeben keine Förderungen, helfen aber im Rahmen der Beratungen gerne mit Tipps und Hinweisen über Fördermöglichkeiten der Stadt Wien weiter.

Die KRW sind ein Projekt der Stadt Wien und befassen sich im Auftrag der Wiener Stadtratsbüros für Kultur und Wissenschaft, für Finanzen, Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales, und für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung mit dem Bereichen Leerstand und Raumnutzung.

Aus verschiedensten Gründen stehen in vielen Städten – so auch in Wien – Räume, Immobilien und Lokale leer und bleiben ungenutzt. Unter Leerstandsaktivierung ist die Wieder-Nutzbarmachung von über einen längeren Zeitraum brachliegenden Flächen zu verstehen. Aber auch die – kooperative – Nutzung nur zeitweise oder noch nicht lange leerstehender Räume kann unter den Begriff gefasst werden. Geöffnet und wieder-genutzt werden dabei nicht nur Erdgeschoßlokale, sondern auch Grünflächen oder Brachen, Sportanlagen oder aufgelassene Büros und Fabrikflächen vergangener Dekaden.

Vor allem angesichts der großen Nachfrage nach leistbaren Räumlichkeiten in vielen Städten gilt es, Leerstand in seiner Problematik, aber auch als nutzbare Ressource wahrzunehmen. Neben dem Raummangel auf Seiten potentieller Nutzer_innen sind ineffiziente Flächennutzung, negative Auswirkungen auf den unmittelbaren öffentlichen Raum und sich verschlechternde Bausubstanz Aspekte urbanen Leerstands. Anliegen der KRW ist es, diesen Herausforderungen mit der Aktivierung leerstehender Flächen und mit Bewusstseinsbildung im Bereich Leerstand und Raumressourcen zu begegnen.

Zwischennutzung bedeutet die temporäre Nutzung sonst leerstehender Liegenschaften, die keine reguläre Nutzung oder regulären Mieter_innen finden. Die Zeitdauer kann sich von Monaten bis hinzu Jahren spannen. Bei Zwischennutzungen werden meist keine herkömmlichen Mietverträge abgeschlossen.

Viele Bewohner_innen und Raumsuchende benötigen temporär oder längerfristig Raum, um ihre Ideen oder Projekte zu verwirklichen oder unbürokratisch und mit geringem Risiko zu testen, jedoch fehlen oft die Mittel für marktkonforme Mieten. Aus verschiedensten Gründen, u.a. auch administrativen oder Planungsgründen, befinden sich Immobilieneigentümer_innen immer wieder zeitweilig im Besitz von Liegenschaften, die befristet leerstehen. In diesem Zusammenhang ist Zwischennutzung eine Möglichkeit, diesem Bedarf an leistbarem Raum begegnen zu können, und temporär brachliegende Flächen einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Leerstandsaktivierung und Zwischennutzung ist vielen Eigentümer_innen und städtischen Akteur_innen nach wie vor ein unbekanntes Feld. Es ist daher wichtig, Akteur_innen innerhalb der Immobilienwirtschaft stärker auf die Vorteile von Leerstandsaktivierung aufmerksam zu machen. Ebenso wichtig ist es, den Umgang mit Leerstand und Raumressourcen im städtischen Verwaltungsbereich zu vertiefen. Hierzu sind unterschiedlichste Zugänge, verschiedene politische, planerische und finanzielle Maßnahmen, sowie – auch längerfristig gedachte – Nutzungsmöglichkeiten notwendig.

Viele Instrumente einer sozial, kulturell und ökonomisch nachhaltigen Leerstandspolitik hängen vom politischen Rahmen und den Gestaltungsbedingungen ab. Als Beispiele wären unbürokratische Nutzung von Flächen im öffentlichen/städtischen Eigentum oder der Mix aus finanziellen Fördermechanismen für soziokulturelle Initiativen zu nennen. Die statische Aufbereitung durch eine Leerstandserhebung oder Leerstandsmeldung von Flächen, die größer als 500 m² sind und länger als 1 Jahr leerstehen wie dies z.B. in der Stadt Zürich geschieht, könnte ebenso als zusätzliche Informationsebene dienen. Auf Basis dieser wäre die Entwicklung weiterer zielgerichteter Strategien in der Bearbeitung von leerstehenden Flächen möglich. Auch das Augenmerk auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und die Vielfalt der Nutzer_innen und deren frühe Miteinbeziehung in Planungs- und Entwicklungsprozesse spielen hierbei eine Rolle. Weiterführende Schritte im Sinne innovativer – und langfristiger – Leerstandspolitik und Stadtentwicklung fallen in den Verantwortungsbereich der Stadt Wien. Die KRW können hier relevante Inhalte erarbeiten, Informationen zur Verfügung stellen, sensibilisieren und in Zusammenarbeit mit lokalen Akteur_innen und Nutzer_innen bei der Entwicklung neuer Konzepte behilflich sein.