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Kreative Räume Wien 2017-11-30T13:35:08+00:00

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KRW KREATIVE RÄUME WIEN GmbH

Gerne beraten wir Sie persönlich in unserem Büro in der Marxergasse 24/2, 1030  Wien.

Beratungen sind jeden Dienstag von 13.00 bis 17.00 Uhr möglich.

Um eine kurze Anmeldung via office@kreativeraeumewien.at wird gebeten.

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INFORMATIONEN & FÖRDERUNGEN

LEERSTANDS-AKTIVIERUNG

Schon 1987 hat sich Hartmut Häußermann in seiner Publikation „Neue Urbanität“ mit der Thematik und dem Umgang mit Leerstand beschäftigt, seitdem gewinnt das Thema der Verwendung und Widmung räumlicher Ressourcen im urbanen Kontext zunehmend an Bedeutung. Begriffe wie Leerstandsaktivierung und Zwischennutzung rücken dabei in den Blick des öffentlichen Interesses. Initiativen, Petitionen und Online-Plattformen, wie z.B. der Leerstandsmelder unterstreichen diese Aufmerksamkeit. Die Österreichische Leerstandskonferenz findet seit 2011 jährlich statt.

Unter Leerstandsaktivierung ist die Wiederbelebung von über einen längeren Zeitraum brachliegenden Räumen und Flächen zu verstehen. Ein Zustand, der ehemals einen negativen Beigeschmack hatte und oft mit Vandalismus, verfallender Bausubstanz, ineffizienter Flächennutzung und schlechter Lebensqualität gleichgesetzt worden ist, erfährt nun eine positivere Wahrnehmung. Immer stärker wird der Trend, Raum, vor allem städtischen Raum, als beschränkt verfügbare Ressource zu begreifen und diesen auch dementsprechend zu verwalten. Die gesteuerte Aktivierung und Verwaltung von Leerständen ist bereits in einigen europäischen Städten zu einem wichtigen Instrument der Stadtentwicklung geworden. Leerstände, vor allem in den Erdgeschoßzonen, verschmelzen unmittelbar mit dem öffentlichen Raum und generieren mit ihm ein entsprechendes Bild der Nachbarschaft und in Summe einer Stadt.

Bei der Frage nach einer entsprechenden Raumproduktion kann eine Vielzahl an Beteiligten eine Rolle spielen. Neben den ImmobilieneigentümerInnen und einer städtischen Verwaltung, sollte die Perspektive auf das gesamte Gefüge einer Stadt ausgebreitet werden. Während EigentümerInnen von Immobilien Wert auf wenig Verwaltungsarbeit, Rendite und unaufwändige Pflege und Instandhaltung legen, suchen NutzerInnen günstige Flächen, um auf unbürokratischem Weg und mit geringem Risiko ihre Ideen zu verwirklichen, zu testen oder ihre Bedürfnisse zu leben. Die Stärke der Leerstandsaktivierung liegt im symbiotischen Charakter für NutzerInnen und EigentümerInnen. Sie funktioniert nach dem Prinzip „Günstiger Raum gegen befristete Nutzung“.

Es entstehen dabei Leerstandsaktivierungen, temporärer oder dauerhafter Natur, durch verschiedene Initiativen aus dem Bereich Kunst und Kultur, soziale Einrichtungen, Start-Ups, Pop-Up Stores, Unternehmen u.a. aus den Bereichen der Kreativwirtschaft, des Handels oder der Dienstleistung. Bespielt werden dabei aber auch öffentliche Grünflächen, Sportanlagen oder aufgelassene Büroflächen vergangener Nutzungsdekaden.

 „Eine lebendige Stadt braucht lebendige Räume. Während auf der einen Seite Lokale und andere Räumlichkeiten ungenutzt bleiben, suchen zahlreiche Kulturschaffende, Kreative, UnternehmerInnen, aber auch Grätzelinitiativen Möglichkeiten, ihren eigenen Traum und ihre eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Ich freue mich, dass wir diese Herausforderung aktiv angehen und mit der neuen Serviceagentur hier eine Einrichtung schaffen, die gezielt Nutzer und Anbieter zusammenführt und dabei auch ihre eigene Energie und Kreativität einbringt. Am Ende soll mehr Platz für die eigenen Träume stehen und damit eine lebendige, attraktive, lebenswertere Stadt“, so Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou.

KREATIVE RÄUME WIEN trägt aktiv zur Förderung der räumlichen Potenziale zur kreativen Nutzung bei und liefert wichtige Impulse für die Stadtentwicklung. Leerstehende Räume können durch eine langfristige oder temporäre Umnutzung für die Allgemeinheit geöffnet, gewisse Stadtteile durch Aktivierung lokaler Potentiale aufgewertet und Raum für eine vielfältige urbane Kultur geschaffen werden.

„Wir wollen mit der neuen Serviceagentur „Kreative Räume Wien“ ein weiteres Angebot schaffen, um die Wiener Kreativwirtschaft noch besser zu unterstützen. Ich bin davon überzeugt, dass die künftige Zusammenarbeit von ‚SOHO in Ottakring‘ mit ‚Urbanauts‘ auf fruchtbaren Boden fallen wird und es ihnen als Beratungs- und Vernetzungsplattform gelingt, die Möglichkeiten von Zwischennutzung in unserer Stadt künftig besser an Community und interessierte Öffentlichkeit zu vermitteln. Die Agentur ist damit eine ideale Ergänzung der bereits angebotenen Beratungsleistungen und Förderungen der Wiener Wirtschaftsagentur“, ergänzt Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner.

Leerstände als Raumressource, als zu nützendes Potenzial bieten durchaus wichtige Ansatzpunkte für die Revitalisierung der Stadt.

„Die Stadt will damit ein Instrument schaffen, das mehr Bewusstsein und Vertrauen für die Zwischen- und Nachnutzung von Leerständen aufbaut, denn Immobilienbesitzer wie die BewohnerInnen eines Grätzels profitieren von einer vielfältigeren Infrastruktur und der damit verbundenen Anhebung der Lebensqualität“ ,so Kulturstadtrat Mailath-Pokorny

Das Potenzial von Kreativität als Motor für wirtschaftliche Dynamik und Transformation eröffnet Möglichkeiten, die Stadt neu zu denken. Die Verfügbarkeit von Räumen ist ein wesentlicher Schlüssel für die Entstehung von künstlerischen und kreativen Szenen einer Stadt.

RECHTLICHE RAHMEN-BEDINGUNGEN FÜR DIE LEERSTANDS-AKTIVIERUNG

Bei der Nachnutzung und Leerstandsaktivierung von Immobilien sind zahlreiche Fakten zu berücksichtigen, vor allem wenn die neue Nutzung in ihrer Funktion nicht der vorherigen entspricht. In vielen Fällen wird es notwendig sein, sich mit Widmungen, Kollaudierungen, Genehmigungen, Energieversorgung, etc auseinanderzusetzen, bevor eine Immobilie wieder genutzt werden kann. NutzerInnen und ImmobilieneignerInnen werden gerne von uns unbürokratisch beraten und gezielt an die entsprechenden Stellen verwiesen. Die Agentur selbst vergibt keinerlei Förderungen.

Leihvertrag und Prekarium

Herkömmliche Mietverträge unterliegen zumeist dem Mietrechtsgesetz (MRG) und sind daher für Leerstandsaktivierungen von oft nur kurzzeitig leerstehenden Objekten wenig geeignet. Bei Mietverträgen besteht jedoch selbstverständlich die Möglichkeit der zeitlichen Befristung des Mietvertrags (Achtung: bei Wohnungen mindestens 3 Jahre). Befristungen müssen aber schriftlich vereinbart werden, sonst liegt ein unbefristeter Mietvertrag vor. Abgesehen von der Möglichkeit der zeitlichen Befristung sind die Mietverträge im Anwendungsbereich des MRG nur aus den gesetzlichen normierten wichtigen Gründen kündbar.

Vom Mietvertrag zu unterscheiden ist der Leihvertrag und das Prekarium (oder auch Bittleihe). Diese Verträge unterliegen grundsätzlich nicht dem Mietrechtsgesetz sondern den Bestimmungen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB). Maßgeblicher Unterschied ist hierbei, dass der Leihnehmer kein Entgelt entrichtet und auch sonst keine wirtschaftlich bewertbare Gegenleistung für die Einräumung des Nutzungsrechts erbringt (sonst liegt ein Mietvertrag vor). Es ist jedoch von Vorteil, wenn sich der Leihnehmer zur Tragung der laufenden Kosten verpflichtet (Betriebskosten, Energiekosten, etc.).

Das Prekarium ist grundsätzlich jederzeit widerrufbar, das heißt der Leihgeber kann auch kurzfristig die Rückstellung und Räumung verlangen. Das Prekarium bietet also wenig Rechtssicherheit für den Leihnehmer. Prekarium Mustervertrag (ca. 500KB)

Der Leihvertrag ist hingegen meist zeitlich befristet oder wird jedenfalls mit einer Kündigungsregelung verbunden. Im Unterschied zum Mietvertrag im Anwendungsbereich des MRG bedarf es keiner Kündigungsgründe für die Beendigung. Der Leihgeber kann aber nur zu den vereinbarten Zeitpunkten die Rückstellung fordern.

Kommt der Leihnehmer seiner Verpflichtung zur Räumung und Rückstellung nicht nach, muss der Leihgeber wie beim Mietvertrag mittels Räumungsklage gegen den Leihnehmer gerichtlich vorgehen.

FÖRDERUNGEN

Wien bietet zahlreiche Möglichkeiten für JungunternehmerInnen, GründerInnen, Start-Ups, Initiativen, etc. finanzielle Unterstützung in der Umsetzung ihrer Projekte und Ideen zu beantragen. KREATIVE RÄUME WIEN vergibt keine Förderungen, berät Sie aber gerne bei der Suche nach Anlaufstellen. Einige davon hier im Überblick.

Wirtschaftsagentur Wien

1070 Wien, Mariahilfer Straße 20
Kontakt: 0043 1 4000 86 70,
info@wirtschaftsagentur.at
https://wirtschaftsagentur.at

Die Wirtschaftsagentur Wien bietet zahlreiche kostenlose Service- und Beratungsangebote, umfassende Informationen und Coachings zu Gründung, Finanzierung und Expansion bis hin zu Academy Workshops sowie ein spezielles Frauenservice und Migrant Enterprise.

Departure, das Kreativzentrum der Wirtschaftsagentur Wien, vermittelt die Angebote der Wirtschaftsagentur Wien gezielt in die Wiener Kreativ-Community und bietet speziell Unternehmen der Wiener Kreativwirtschaft von Architektur bis Multimedia ein umfangreiches Service- und Vernetzungsangebot.

Die einzelnen Förderprogramme im Überblick:

Nähere Informationen unter: https://wirtschaftsagentur.at/foerderungen/programme/

  • Geschäftsbelebung: Die Wirtschaftsagentur Wien unterstützt Wiener Unternehmen bei der Neubelebung von leer stehenden Geschäftslokalen.
  • Nahversorgung: Fördert nachhaltige Projekte und Investitionen von kleinen Gewerbebetrieben und des Einzelhandels in Wien.
  • Nahversorgung Fokus: Unterstützt Wiener Nahversorgungsunternehmen und innovative Handwerksbetriebe. (Bonus für Unternehmen, die Zielgebiete der Stadtentwicklung neu beleben)
  • creative focus: Hier werden Anreize geschaffen, um Themen von besonderer Relevanz in wirtschaftlich nachhaltige Projekte zu integrieren.
  • creative pioneer: Unterstützt werden Unternehmensgründungen der Kreativwirtschaft bei der Entwicklung kreativer Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse und deren erstmalige Positionierung am Markt.
  • creative project: Unterstützt werden Unternehmen der Kreativwirtschaft bei der Entwicklung kreativer Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse.
  • creative to market: Unterstützt wird die Umsetzung von neuen Marketing- und Vertriebsstrategien von Kreativwirtschaftsunternehmen mit einem bestehenden Produktportfolio.
  • Dienstleistung: Unterstützt die Entwicklung und Umsetzung neuer Produkte und Dienstleistungen in der Dienstleistungsbranche. (Schwerpunkt Social Entrepreneurship)
  • Forschung: Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte für Produkt-, Dienstleistungs- oder Prozessinnovationen im Rahmen spezieller Calls.
  • Innovation: Unterstützt die Entwicklung neuer oder deutlich verbesserter Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren im Rahmen einer unternehmensweiten Innovationsstrategie.
  • Kooperationsanbahnung: Unterstützt nationale und internationale Aktivitäten zur Anbahnung und Ausgestaltung von Forschungs- und Entwicklungskooperationen und die Erarbeitung einer Forschungsstrategie.
  • Sachgüter: Unterstützt die Entwicklung und Umsetzung neuer Produkte und Produktionsprozesse sowie die Einführung von neuen Dienstleistungen in Produktionsbetrieben. (Social Entrepreneurship-Bonus)

Mikrokredite

http://www.dermikrokredit.at
Kostenlose Info-Hotline: 0800-800 807

Der Mikrokredit ist eine Initiative des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK), um Selbständigkeit zu fördern. Er steht in ganz Österreich zur Verfügung.

KÖR GmbH

1070 Wien, Museumsplatz 1, Stiege 15
Kontakt: 0043 1 521 89 – 1257, office@koer.or.at
http://www.koer.or.at/de/

Die Aufgabe der KÖR GmbH ist die Belebung des öffentlichen Raums der Stadt Wien mit permanenten bzw. temporären künstlerischen Projekten. KÖR wickelt Projekte ab, erteilt Aufträge an KünstlerInnen, lobt künstlerische Wettbewerbe für Projekte im öffentlichen Raum aus, vergibt Förderungen an KünstlerInnen bzw. ProjektträgerInnen und setzt damit verbundene Tätigkeiten (Symposien, Publikationen, Vermittlungsprogramme, u.a.) um.

Die Projekte müssen im öffentlich zugänglichen Raum der Stadt Wien, in dem Kunst von jedermann erlebt werden kann, umgesetzt werden.

Nähere Informationen unter: http://www.koer.or.at/de/funding

 

MA17 – Integration und Diversität

1080 Wien, Friedrich-Schmidt-Platz 3
Kontakt: 0043 1 4000 – 81510,
post@ma17.wien.gv.at
https://www.wien.gv.at/menschen/integration

Die MA17 Integration und Diversität unterstützt Projekte, Maßnahmen und Initiativen in Wien, die zur Integration beitragen und die interkulturelle Sensibilität und Kompetenz fördern. Es werden ausschließlich Projekte gefördert, die von gemeinnützigen Vereinen und anderen gemeinnützigen Rechtspersonen eingereicht werden. Die Antragsstellerinnen und Antragssteller sollten nach Möglichkeit auch auf die Kriterien der interkulturellen Kompetenz der MitarbeiterInnen, Frauenförderung, Diversität, MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund etc. Bedacht nehmen.

 

MA57 – Frauenförderung und Koordinierung von Frauenangelegenheiten

1080 Wien, Friedrich-Schmidt-Platz 3
Kontakt: 0043 1 4000 83515,
frauen@ma57.wien.gv.at
https://www.wien.gv.at/menschen/frauen/foerderungen/index.html

Die Frauenabteilung unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten frauen- und genderspezifische Aktivitäten, die ihre Wirkung auf Wien beziehen. Förderanträge können nur von Vereinen eingebracht werden.

2016 sollen in der Kleinprojekteförderung besonders Projekte gefördert werden, die sich mit Ideen, Maßnahmen und Veranstaltungen für ein selbstermächtigtes Leben von Mädchen und Frauen einsetzen.

Nähere Informationen unter: https://www.wien.gv.at/amtshelfer/gesellschaft-soziales/frauenabteilung/unterstuetzung/kleinprojektefoerderung.html

 

Wirtschaftskammer Wien

Die Wirtschaftskammer Wien steht Ihnen mit nützlichen Informationen zur Verfügung:

  • Gründungen: Förderungen für einmalige Zuschüsse zu Investitionen, begünstigte Darlehen, Haftungs- und Garantieübernahmen, Zinsenzuschüsse, staatliches Beteiligungskapital, Begünstigungen bei Steuern und Gebühren und Beratungszuschüsse. Nähere Informationen unter: https://www.gruenderservice.at/

ZIELGEBIETE

FOKUSGEBIETE IM STÄDTISCHEN BESTAND

Aus der täglichen Praxis zeigt sich, dass das vereinzelte, dem Gießkannenprinzip folgende Anfragen, Suchen und Beziehen zwar individuellen Bedürfnissen und Anforderungen genügen kann, im städtebaulichen Kontext allerdings nur eine ungenügende Handlungsweise darstellt. Richtet man jedoch den Handlungsrahmen an der Kuration einer sogenannten „kritischen Masse“ aus und zielt mit dieser auf vordefinierte Zielgebiete (vorzugsweise im Handlungsgebiet der Stadtentwicklung – Zielgebiete der Stadtentwicklung), lassen sich beachtliche räumliche Bewegungen/Transformationen erzielen. Indikatoren für den entsprechenden Bedarf sind vermehrte Aktivitäten von Bezirken, auch in Richtung Blocksanierungen, konkrete lokale Initiativen, verstärkte Tätigkeiten der jeweiligen Gebietsbetreuungen oder Agendagruppen.

Die Stärke in der Umsetzung/Bearbeitung liegt dabei nicht bei einem einzelnen initiativen Akteur sondern bei der Koordinierung bestehender städtischer Angebote und Akteursgruppen. Diese sind insbesondere die Gebietsbetreuungen, das Projekt „einfach- mehrfach“, lokale Agendagruppen und sensibilisierte Bezirksvorstehungen. Die gemeinsame Schnittmenge dieser handelnden Gruppen sind der Fokus auf die Themen ‚öffentlicher Raum’, ‚leer stehender Raum’ und diesen begehrende Bevölkerungsgruppen. Weitere Beteiligte sind dabei die Bestandshalter von Raum, welche sich aus privaten oder institutionellen ImmobilieneigentümerInnen, städtischen ImmobilienverwalterInnen sowie bereits bestehenden Initiativen zur Bespielung des öffentlichen Raums (z.B. Kultur- oder Nachbarschaftsinitiativen) zusammensetzen.

Betrachtet man den öffentlichen Raum hinsichtlich seiner ästhetischen Qualitäten und fühlt man sich für diese verantwortlich, genügt es offensichtlich nicht nach der entsprechenden Grünraum– oder Platzgestaltung zu fragen. Die Erdgeschoßzone, diese erste visuelle Verbindung zum bebauten Raum, stellt ein wichtiges ästhetisches Merkmal dar und definiert grundlegend die Beziehung zwischen städtischem Gefüge und Ihren BewohnerInnen. Die Erdgeschoßzone würde, entsprechend dieser Betrachtungsweise zum öffentlichen Gut, zum „urban common“. Je mehr Teilhabe und Verantwortung, oder auch Ermächtigung den ortsansässigen NutzerInnen übertragen werden kann, umso differenzierter können die möglichen stadtplanerischen Antworten ausfallen. Wo braucht man den Landschaftsarchitekten wenn die AnwohnerInnen sich für Kleingärtnerei und Selbstversorgung interessieren?

Dieses Bild der möglichen Nutzungsvarianten kann keiner Visualisierung entspringen. Es kann organisch wachsen, es kann Menschen Möglichkeiten zum persönlichen Erfolg aufzeigen, es kann BewohnerInnen zum Scheitern ermutigen, in jedem Fall bekommt es die Chance, durch individuelle Aneignung und umsichtige Begleitung seitens verantwortlicher Stellen einen annehmbaren Lebensraum zu fördern.

Das Team von „KREATIVE RÄUME WIEN – Büro für Leerstandsaktivierung“ hat daher in Absprache mit der Steuerungsgruppe, die sich aus VertreterInnen der drei Auftrag gebenden Stadtratsbüros zusammensetzt, folgende Fokusgebiete im städtischen Bestand ausgewählt, die im Zielgebiet der Wiener Stadtentwicklung liegen:

  1. Fokusgebiet „Kreuzgasse / Hernalser Hauptstrasse“, 1170 und 1180 Wien
  2. Fokusgebiet „Floridsdorfer Spitz“, 1210 Wien
  3. Fokusgebiet “Prater Straße”, 1020 Wien
  4. Fokusgebiet “Linzerstraße”, 1140 Wien

In den Fokusgebieten werden die Kräfte und Interessen des Bezirks, der Gebietsbetreuung und der Wirtschaftsagentur Wien gebündelt. Hier wird sich KREATIVE RÄUME WIEN in engem Austausch mit den genannten Playern mit dem Leerstand befassen. Die Methoden und Vorgangsweisen werden situationsbedingt und in Absprache mit dem Bezirk entwickelt. Die ausgewählten Fokusgebiete können dadurch organisch wachsen und durch individuelle Aneignung sowie umsichtige Begleitung seitens verantwortlicher Stellen, wird ein annehmbarer Lebensraum entstehen. Innerhalb unserer Zielgebiete arbeiten wir unter anderem mit den Bezirken und Gebietsbetreuungen, Einkaufsstraßenmanagement, Agendabüros, Blocksanierungen, GrätzlbetreuerInnen etc. intensiv strategisch daran, Aktivierungsmaßnahmen zu setzen, Räume (v.a. leerstehende Geschäftslokale) zu öffnen und für Zwischennutzungen zugänglich zu machen. Die Erfahrungswerte in unseren Zielgebieten sollen modellhaft für eine Anwendung in Anderen Gebieten Wiens sein können.

BEST PRACTICE

BEST PRACTICE

BEISPIELE

NATIONAL

„art18“

Im Rahmen des von art18 – vernetzte Kunst Währing veranstalteten KUNST.FEST.WÄHRING 2017 fand in den Räumen des leerstehenden Geschäftslokals in der Währingerstraße 166 gleich zwei Zwischennutzungsprojekte statt. Von 22. bis 23. April 2017 haben die KünstlerInnen Ernst Bachinger, Judith Grosser, Gini Neumüller, Anna Rakos und Günther Rhoosn im Zuge des artwalk18 in einer Gruppenausstellung ihre Werke präsentiert. Am 5. und 6. Mai 2017 sind die Räumlichkeiten vom Theaterimprovisationsensemble „Dasselbe in Grün“ und dem Künstler Stefan Berger mit einer 24 Stunden live Performance bespielt worden. Der bildende Künstler hinterfragte mithilfe skulpturaler Mittel das menschliche Wesen und seine sozialen Fähigkeiten. Aufgrund des Erfolgs wird das Lokal art18 für weitere Zwischennutzungen zur Verfügung gestellt.

www.art18.at

facebook.com/art18.at/

art18@art18.at

„das weisse haus“

das weisse haus ist ein Kunstverein, Ausstellungshaus und eine Non-Profit Organisation zur Präsentation und Förderung junger Kunst – und zwar an Orten, die ursprünglich nicht für diesen Zweck geschaffen worden sind. Der 2007 von Alexandra Grausam und Elsy Lahner gegründete Verein bietet jungen KünstlerInnen neben der Ausstellung ihrer Arbeiten eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit, ein breites internationales Netzwerk sowie eine vielfältige Vermittlung in KünstlerInnengesprächen, Lectures, Videointerviews, Begleittexten und einem Kinderprogramm.

Die Besiedlung und Nutzung leer stehender Räumlichkeiten sowie der damit verbundene häufige Wechsel des Standortes des Vereins zeugen nicht nur von dessen Flexibilität und Offenheit, sondern eröffnen auch die Möglichkeit, mit den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten zu experimentieren und ortsspezifische Konzepte zu entwickeln. Das weisse haus bietet nationalen und internationalen KünstlerInnen aus den unterschiedlichen Bereichen bildende Kunst, Fotografie, Video- und Medienkunst vier verschiedene Präsentationsformen:

  • Ausstellungen

Im Rahmen von Einzel- und Gruppenausstellungen erhalten die KünstlerInnen die Möglichkeit einer Präsentation ihrer Werke. Welcher Bereich und wie viel Ausstellungsfläche dabei genutzt wird, kann von den ausstellenden KünstlerInnen mitentschieden werden. Somit wird die Raumsituation auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und die gezeigten Arbeiten abgestimmt.

  • Projekträume (an den Standorten Westbahnstraße und Wollzeile)

Das Konzept der Projekträume ist zwischen klassischer Ausstellung und Ateliersituation angesiedelt. Ausgewählte KünstlerInnen haben über den Zeitraum von ca. drei Monaten die Möglichkeit verschiedene Arbeiten aus ihrem Gesamtwerk zu präsentieren und Arbeiten zu zeigen, die sich im Laufe der Zeit verändern, weiterentwickeln oder auf die Gegebenheiten des Raumes eingehen.

  • Satelliten

Satelliten sind leerstehende Räumlichkeiten oder Bereiche im Freien, die KünstlerInnen temporär zur Verfügung gestellt werden, um sich mit den dortigen Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Andererseits nutzt das weisse haus die Möglichkeit von Satelliten für die Realisierung bestimmter Projekte, beispielsweise für Gruppenausstellungen außerhalb Wiens oder raumbezogene Gruppenausstellungen.

  • Extras

Mit einigen KünstlerInnen werden spezielle Interventionen, Präsentationen und Installationen erarbeitet. Die räumlichen Gegebenheiten der unterschiedlichen Standorte liefern dafür immer wieder spannende Herausforderungen.

www.dasweissehaus.at

facebook.com/dasweissehaus

buero@dasweissehaus.at

„Die Schule von Kyiv“

„Die Schule von Kyiv“ war ein Kooperationsprojekt mit der Kyiv Biennale 2015, das darauf abzielte, die gegenseitigen Projektionen (von Kiew auf Europa und von Wien auf die Ukraine) in Frage zu stellen und stattdessen auf translokale Konditionen und Konstellationen hinzuweisen, welche die beiden Städte teilen. „The School of Kyiv – Department Vienna“ präsentierte von 03. bis 29. Mai 2016 die Ausstellungen „The School of the Devil“ und „The School of the Lonesome“ an zahlreichen Standorten im 16. Bezirk Wiens, u.a. Sandleitenhof, Altes Museum, Gomperzgasse 1-3 und Altes Kino, Liebknechtgasse 32. Das Projekt stetzte auf die katalytische Kraft der Gegenwartskunst, bezieht aber gleichberechtigt Formen des migrantischen, asylantischen, queeren und freundschaftlichen Wissens mit ein. Es platzierte sich demnach sowohl an Kunstorten, als auch an Orten des Alltags von MigrantInnen. Das Projekt wurde von Hedwig Saxenhuber und Georg Schöllhammer kuratiert.

www.theschoolofkyiv.org

facebook.com/The-School-of-Kyiv-1814502012109186

info@theschoolofkyiv.org

hinterhof:lab “Snapshot Variations“

In den Räumlichkeiten des hinterhof:lab, Neubaugasse 25, 1070 Wien, zeigte die Ausstellung (Snapshot Variations) Aufnahme & Umformung von 12. Mai bis 18. Mai 2017 großformatige Leinwandarbeiten der österreichischen Künstlerin Esther Messner und des kolumbianisch-mexikanischen Künstlers Stinkfish. Beide beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Porträt und verwenden dabei fotografisches Material als Ausgangspunkt, das jedoch eine starke Umformung im künstlerischen Prozess erfährt. Aufnahme & Umformung beleuchtete diesen Wandlungsprozess und zeigte an Hand der ausgestellten Werke das Resultat von zwei sehr unterschiedlichen künstlerischen Positionen.

www.hinterhoflab.artphalanx.at/

www.facebook.com/artphalanx

hinterhof_lab@artphalanx.at

„ImGrätzl.at“

Im Grätzl ist die erste stadtteilsegmentierte Plattform (vorerst) für Wien, mit dem Ziel grätzlansässige Anbieter, Kreative und Aktive im Stadtteil zu unterstützen und sichtbar zu machen, lokale Wirtschaftskreisläufe und das soziale Miteinander zu stärken und zur Stadtteilbelebung beizutragen.

Unter dem Motto „Alles Gute ums Eck“ sehen BewohnerInnen auf der Homepage auf einen Blick, was bei ihnen im Stadtteil Tolles geboten wird – Die Grätzlpreneure wiederum bekommen auf imGrätzl.at kostenlose Werkzeuge & Tools in die Hand, um sich in ihrem Stadtteil bei den Bewohnerinnen zu präsentieren und miteinander zu vernetzen.

ImGrätzl.at informiert über Events und Aktionen, die im jeweiligen Stadtteil geplant sind, darüber, welche lokalen Geschäfte, Kreative, Initiativen und andere GrätzlbeleberInnen es dort gibt und was diese anbieten. Es sind hier auch Rabattaktionen, Gutscheine und ganz besondere Angebote der Anbieter ums Eck zu finden.

Es kann jedoch auch jeder Einzelne dazu beitragen, das Miteinander und die Belebung seines Stadtteils zu fördern, indem er seine Ideen veröffentlicht.

Das imGrätzl Team veranstaltet auch regelmäßig lokale Vernetzungstreffen in den Bezirken, um die Leute miteinander zu verbinden und eventuell Kooperationen anzubahnen.

www.imgraetzl.at

wir@imgraetzl.at

„Kulturnetz Hernals/ Shizzle“

Die gemeinnützige Non Profit Kulturvermittlungsvereinigung Shizzle – Kunst und Kultur und das Kulturnetz Hernals belebten im Juni neben zwei weiteren Objekten ein leerstehendes ehemaliges Photostudio in der Hernalser Hauptstraße 37. Im Rahmen des Kulturnetz Festivals „Kettenreaktion“ verwandelten sich die Räumlichkeiten in ein temporäres Kulturzentrum für zeitgenössische Kunst „Schüssel, Die“.

Ebenfalls wurden von Kulturnetz Hernals und Shizzle im Rahmen des Festivals leerstehende Büroräumlichkeiten in der Jörgerstraße 25, 1170 Wien bespielt und eine Schaufensterauslage eines alten Schuhgeschäfts in der Kalvarienberggasse 26/Geblergasse 57,1170 Wien unter dem Thema “Collagen” gestaltet. (noch zu sehen bis 22. Juli 2017)

Anschließend wird das Schaufenster unter der Kuration von Shizzle – Kunst und Kultur neu bestückt.

www.shizzle-kultur.at , www.kulturnetz-hernals.at

facebook.com/Shizzle-Kunst-Kultur , facebook.com/plattformKNH

info@shizzle-kultur.at , info@kulturnetz-hernals.at

„Kunstschule Wien“

Die Wiener Kunstschule, gegründet im Jahr 1957 von Gerda Matejka-Felden, schafft als Kunstschule Wien den Relaunch mit einer Expositur in Sandleiten. Ottakring wird zum künstlerischen Laboratorium und zur Inspiration für spannenden Unterricht und tolle Studierendenprojekte. Mit der Ausstellung „Erst kommt das Fressen…dann kommt die Moral“ präsentierten Studierende von 4. bis 18. Juni 2016 ihre Werke im Rahmen des Festivals SOHO in Ottakring im Alten Museum (Gomperzgasse 1-3) in 1160 Wien.

Im Sommer 2016 präsentierte das International Summer Institute in denselben Räumlichkeiten „Der Stadtraum als Labor: Die Multiperspektive der ART-GANGS“.

www.kunstschule.wien

facebook.com/wiener.kunstschule

office@kunstschule.wien

Neu Marx „Future Lab“

Die 40.000 m2 große Fläche Karl-Farkas-Gasse 1, unmittelbar neben der Marx Halle gelegen, ist zur Zeit eine Leerfläche. Diese Liegenschaft steht im Eigentum der WSE Wiener Standortentwicklung GmbH, ein Unternehmen der Wien Holding. Die WSE ist federführend an der weiteren Entwicklung des Standortes Neu Marx tätig, der für die Branchenschwerpunkte Medien, Forschung, Kreativwirtschaft und Technologie steht. Mit dem Prozess „Neu Marx gemeinsam gestalten“ werden momentan städtebauliche Planungen vertieft, mit Bezug zur Karl-Farkas-Gasse 1 sowie angepassten Nutzungen der Marx Halle. Bis die darausfolgende Flächenumwidmung abgeschlossen ist, werden die 40.000 m2 für diverse Aktivitäten kurz- bzw. mittelfristig (auf 2 bis 3 Jahre) genutzt, mit dem Ziel, die Belebung des Standortes zu forcieren.

Zurzeit werden verschiedene Aktivitäten umgesetzt:

Das Mobile Stadtlabor in OPENmarx: Auf Initiative des future.labs und Design Build Studio der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien wird das Mobile Stadtlabor, diskursiver Veranstaltungsort, um eine Werkstatt und eine Gemeinschaftsküche – von Studierenden geplant und gebaut – erweitert. OPENmarx stellt Themen wie Wissenstransfer, Integration und Gemeinschaft in den Fokus des Vorhabens. Hier haben die Kreativen Räume Wien von Mai 2016 bis November 2016 ihr Büro gehabt.

Andere Projekte sind das Urban Gardening Projekt „Neu Marx Garten“, der Kunstrasen ASKÖ Sport Platz Neu Marx, die Neu Marx Urban Kitchen, der DIY Skatepark und das Kunstprojekt Golif, eine Bodenbemalung „Der Beobachter“ auf 30.000m2 die ein kontrastreiches Gesicht in schwarz weiß zeigt. Dazu wurden 5 Tonnen umweltfreundliches Reinacrylat mit Farbrollen und Farbsprühgeräten vom Künstler Golif aufgebracht.

www.neumarx.at

facebook.com/NeuMarx/

ursula.eripek@wse.at

NEST – Agentur für Leerstandsmanagement GmbH”

NEST widmet sich der Bespielung und Verwendung von „Zwischenräumen“. Die Agentur erarbeitet Konzepte für eine sinnvolle Nutzung von Leerständen, öffentlichen Plätzen und Industriebrachen.

Neben der Verwaltung (Erfassen der Leerstände und verwalten via Online Datenbank, Vertragsabwicklung, Betriebskosten, Übernahme und Organisation) erstreckt sich das Leistungsspektrum der Agentur von der Planung (Bestandsaufnahme, Standortanalyse, Machbarkeitsstudien, Entwicklungskonzept, Planung von Entwurf, Einreichung und Ausführung) hin zum modularen Nutzungskonzept, der Vermittlung und Vertragsabwicklung, Organisation der Rahmenbedingungen und Betreuung der jeweiligen Zwischennutzung.

Ziel ist es die jeweiligen Objekte aufzuwerten, die Attraktivität eines Viertels zu steigern und NutzerInnen die Möglichkeit zu eröffnen, mit geringem finanziellen Aufwand Szenarien auszuprobieren, die auf eine berufliche Selbständigkeit abzielen oder kulturelle, künstlerische und soziale Ziele abdecken.

NEST fördert bevorzugt weibliche Interessentinnen, da diese generell in der Raumbelegung und beim Unternehmens-Start Up weniger aktiv sind.

Als Referenzprojekt ist beispielsweise „Salonfähig“ in der Marktgasse 8-10, 1090 Wien zu nennen. Hier hat im Dezember 2014 ein Pop Up Design-Weihnachtsmarkt dazu eingeladen, sich selbst kreativ zu betätigen und Schmuck, Accessoires und Textiles von über 20 Labels zu entdecken und mitzugestalten. In einer Chillout Ecke hat man bei weihnachtlichen Köstlichkeiten und DJ Klängen entspannen können.

In einem ehemaligen Bürogebäude in der Tautenhayngasse 22, 1150 Wien bietet die Agentur „Popupstudios“ für Studierende und Freischaffende aus allen Berufsgruppen. Das Angebot reicht vom einfachen Schreibtisch im Gemeinschaftsraum bis hin zu Studios. Menschen mit unterschiedlichsten Fähigkeiten treffen hier aufeinander und erhalten die Möglichkeit zum Austausch.

www.nest.agency

facebook.com/NEST.Agentur/

office@nest.agency

Paradocks/ Das Packhaus”

Der Verein Paradocks ist 2013 von der niederländischen Stadtgeografin Deerenberg gegründet worden, um Zwischennutzungsprojekte umzusetzen. „Das Packhaus“, ein zu Teilen über 8 Jahre leerstehendes Gebäude in der Marxergasse 24, 1030 Wien, ist zum Modellprojekt geworden. Paradocks bringt hier temporär Kleinunternehmen, in erster Linie aus der Kreativwirtschaft, zusammen und schafft Raum für Ideen, Inspiration und Vernetzung.

Auf 4200m2 sind verteilt auf 10 Stockwerke 92 individuelle Arbeitsräume entstanden in denen über 300 Menschen/84 Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen Platz gefunden haben. Es haben sich schnell bereits nach Einzug der ersten Nutzer fruchtbare Kooperationen ergeben; die Zusammenarbeit soll intensiviert, Ressourcen geteilt und Synergien genutzt werden. „Bridging potentials“ heißt der Paradocks-Leitspruch. Wie viel Kontakt die Nutzer untereinander haben wollen, bestimmen sie jedoch selbst.

„Das Packhaus“ bietet Raum für Geburtstage und Feiern, Ausstellungen, Bewegung (hier werden Yoga und Aikido Kurse geboten), Pop Ups, Büros, Meetings, Workshops, Präsentationen und Flex-desks. Zudem gibt es einen Gemeinschaftsgarten, ein Café, einen „napping room“, eine Fahrradwerkstatt und mehrere kleine Räume im Erdgeschoß, die als Allgemeingut konzipiert sind.

www.daspackhaus.at

facebook.com/daspackhaus

info@daspackhaus.at

„Salat Piraten“

Die Salat Piraten sind ein Verein zur Förderung urbaner Landwirtschaft im städtischen Raum. Das erste Projekt ist der Gemeinschaftsgarten Kirchengasse 46, 1070 Wien. Der Verein wurde im Herbst 2012 gegründet, der Garten in der Kirchengasse wurde seit Anfang 2013 aufgebaut. Für die bisher öffentliche Fläche wurden den Salat Piraten von der Stadt Wien die Nutzungsrechte übertragen. Der Verein hat das Ziel, Landwirtschaft in einen der inneren Bezirke Wiens zu bringen und BewohnerInnen für das Konzept des „urbanen gardening“ zu begeistern. Es geht ums Gärtnern an sich, aber auch um Stadtgestaltung und darum, Leute zusammenzubringen. Mitglieder  des Vereins sind Anrainer und Interessierte, Gartenkundige und Neulinge, aus verschiedenen Berufen und verschiedenen Alters.

www.salatpiraten.org

www.facebook.com/salatpiraten

post@salatpiraten.org

„Urbanize! 2016“

Von 12. bis 16. Oktober 2016 findet im Gschwandner (Geblergasse 36-40) in 1170 Wien das „Urbanize! 2016“ Festival statt. Unter dem Motto »Housing the Many – Stadt der Vielen« rückt die Skalierbarkeit der vielfältigen Erfahrungen aus Projekten und Initiativen urbaner Selbstorganisation in den Fokus und beleuchtet ihr Potenzial für eine Stadtentwicklung durch, mit und für Bewohnerinnen und Bewohner. Mit Vorträgen und Diskussionen, Workshops und Case Studies, künstlerischen Interventionen, Filmen und Stadterkundungen lädt urbanize! gemeinsam mit der Planbude zur Erkundung von Strategien, Mustern und Modellen einer selbstbestimmten Ko-Produktion von Stadt erstmals nach Hamburg und Wien.

www.urbanize.at

facebook.com/derivemagazin

mail@urbanize.at

„Wiener Künstlerhaus“.

Im Rahmen der Generalsanierung des Wiener Künstlerhauses am Karlsplatz von 2016 bis 2018 wurde für die Dauer der Renovierungsarbeiten nach einer adäquaten Zwischenlösung gesucht. Gemeinsam mit der MA18, der Projektkoordination für Mehrfachnutzung, haben KREATIVE RÄUME WIEN mit der Immobilie der S IMMO AG in der Siebenbrunnengasse 19-21, 1050 Wien, einen passenden Standort gefunden. Hier stehen dem Künstlerhaus nunmehr Räumlichkeiten im Bauteil D zur Verfügung. Am 13. Oktober 2016 findet die Eröffnung des neuen Standortes statt.

www.k-haus.at

facebook.com/kuenstlerhauswien

wille@k-haus.at

 „ZOOM Dezentral“

Von 1. bis 19. August 2016 fand das Projekt „ZOOM Dezentral“ des ZOOM Kindermuseums im Sandleitenhof, in 1160 Wien, statt. Durch die Nutzung leerstehender Räumlichkeiten sind u.a. ZOOMPOPUPS entstanden, die als ZOOM Ateliers genutzt wurden. Hier wurden unter der Woche Workshops für Schulklassen und Kindergartengruppen geboten, am Wochenende standen die Ateliers allen Familien und Kindern offen. Die Idee hinter dem Projekt: niederschwellige kulturelle Programme erhalten vermehrt Einzug in die Randbezirke Wiens, direkt zu Kindern und Jugendlichen, welche die Angebote von Kultureinrichtungen in den inneren Stadtbezirken wenig wahrnehmen.

www.kindermuseum.at

facebook.com/ZOOM.Kindermuseum.Wien

office@kindermuseum.at

BEST PRACTICE BEISPIELE INTERNATIONAL

Amsterdam „NDSM Werft North”

Amsterdam als historisch gewachsene Hafen- und Handelsmetropole ist heute zur Kreativ-Dienstleistungs Metropole geworden. Die De-Industrialisierung und Verlagerung des Hafens haben zahlreiche Brachen und leerstehende Areale hinterlassen. Auch der New Economy Boom und die Baueuphorie in den 1990er Jahren haben große Leerstandsprobleme in Bürogebäuden zur Folge gehabt.

In den Niederlanden fällt eine Wohnung, die länger als 12 Monate nicht bewohnt beziehungsweise ein Gebäude, das mindestens zu 50% nicht genutzt wird, unter den Begriff Leerstand. In Amsterdam stehen (Stand 2011) 17% aller Büroflächen leer. Des Weiteren sind Industriekomplexe, Betriebsräume und Schulgebäude vom Leerstand betroffen; auf dem Wohnungsmarkt sind 4% Leerstand zu verzeichnen.

Um gegen die Leerstandsproblematik vorzugehen, bilden sich in Amsterdam Initiativen, die einen zeitlich begrenzten Gebrauch von Raum organisieren: Accommodatie Team Amsterdam (ATA).

Es entstehen jedoch auch private Zwischennutzungsagenturen („antikraak“), die in Kooperation mit EigentümerInnen entstanden sind. Private Vermittler wie „Camelot“ vermitteln die Liegschaften an Zwischennutzer, jedoch können potenzielle KäuferInnen diese jederzeit ansehen.

Für Kulturschaffende ist das Bureau Broedplaatsen (BBp) Hauptvermittlungsstelle. Amsterdam hat die Wichtigkeit von Verfügbarkeit von Raum für Kunst- und Kulturschaffende für die Entwicklung eines kreativen Milieus früh erkannt. Es entstand eine enge Verschränkung zwischen den Begriffen Leerstand-Subkultur-Kulturindustrie. Um Amsterdam als kreative Stadt zu fördern, erachtet die Gemeinde es als notwendig, günstige Ateliers und Wohnräume für Kunstschaffende, sogenannte Brutplatzgruppen, bereitzustellen und so den Zustrom junger Kreativer zu fördern. In diesem Zusammenhang werden durch das BBp jährlich Arbeitspläne erstellt, die die Zielsetzungen konkretisieren: Schaffung neuer Arbeitsplätze für hauptberufliche Künstler und Künstlerinnen, strukturelle Etablierung der Brutplätze durch Langzeitmietverträge sowie Identifikation von mindestens fünf Gebäuden pro Jahr in Amsterdam, die sich als Arbeits- und Wohnräume eignen.

Das erste vom Brutplatzprogramm geförderte Projekt ist die NDSM-Werft North. Es wurde von Kunst- und Kulturschaffenden initiiert, die von den Räumungen Ende der 1990er Jahre betroffen waren. Sie bildeten das Kollektiv „kinetisch Noord“ und erarbeiteten gemeinsam einen Plan für die Revitalisierung der 20.000m2 großen ehemaligen Hafenanlage aus. Es wurde ein selbstverwaltetes Kunst- und Kulturareal geplant. Studios, Ateliers, Theaterräume, Skatepark, Restaurants und Seminarräume werden von rund 250 KünstlerInnen organisiert und sind für Besucher und Besucherinnen offen zugänglich. Das Projekt ist mittlerweile für die gesamte städtische Kulturökonomie ein wichtiger Faktor geworden.

Basel „nt*/areal”

Mit seiner Lage direkt am Dreiländerdreieck und am Rhein ist Basel ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und dynamischste Wirtschaftsregion der Schweiz. Vor allem in den letzten Jahren jedoch kämpft die ehemalige Industriestadt verstärkt mit brachliegenden Industrie-, Hafen- und Bahnhofsflächen. Basel hat den größten Industriebrachflächenanteil gemessen an Baugebietsflächen in der Schweiz. Im Bereich des Wohnungsmarktes ist die Leerstandsquote hingegen niedrig.

Die Stadt ist sehr bemüht, temporäre Nutzungen departmentübergreifend in der Stadtverwaltung zu verankern. Beispielhaft dafür ist die Zwischennutzungsagentur „unterdessen“, sie stellt den Anspruch, zwischen EigentümerInnen und NutzerInnen zu vermitteln und zu aktivieren. Ziel ist die Kooperation zwischen verschiedenen Bewilligungs- und anderen involvierten Verwaltungsinstanzen. Zwischennutzung wird als strategisches Stadtteilentwicklungskonzept und Aufwertungsprozess gesehen. Es werden regelmäßig Zahlen zum Leerstand erhoben und online öffentlich zugänglich gemacht, was einen breiten Diskurs zur Thematik möglich macht.

Als einer der dichtest besiedelten Standorte Europas ist Basel seit den 80er Jahren mit der Forderung nach neuen Räumen der Selbstverwirklichung und Stadtproduktion konfrontiert. Es wurde der Verein b.e.i.r.a.t ins Leben gerufen, der Räume für Zwischennutzungen suchte, sicherte und betreute. Im Jahr 2000 entstand eines der bekanntesten Zwischennutzungsprojekte, das nt*/areal.

Mitte der 1990er wurde das Güterbahnhofsareal der Deutschen Bahn aufgelassen, also beschloss die Stadt auf dem 18ha großen Areal einen neuen Stadtteil mit Wohn-, Gewerbe- und großzügigen Grünflächen zu errichten. Eine 1999 veröffentlichte Studie von Matthias Bürgin und Philipe Cabane, mit dem Titel „Akupunktur Basel. Zwischennutzung als Standortaufwertung“ verfolgte die Strategie der Brache durch eine Zwischennutzung frühzeitig eine urbane Identität zu geben, um wiederum Impulse für eine positive Quartiersentwicklung zu schaffen. Von Anfang an wurde die Zwischennutzung als Aufwertungsstrategie gesehen. Das riesige Areal wurde durch Performances und Installationen bespielt und frei zugänglich gemacht. Die Planung zielte klar auf die obere Mittelschicht ab und wurde somit nicht in Beziehung zum sozial und ökonomisch benachteiligten Viertel konzipiert.

Das Projekt des nt*/areals hat maßgebend zum Diskurs rund um Zwischennutzung in Basel beigetragen und hat als erfolgreiches Bottom-up Modell den Umgang mit Leerstand entscheidend geprägt.

Berlin “ExRotaprint”

Aufgrund ihrer Geschichte sind seit dem Mauerfall erhebliche Raumressourcen in der deutschen Hauptstadt vorhanden. Die Transformationsprozesse der politischen Wende haben in Teilen zu einem stadtstrukturellen Leerstand bedingt durch massiven Erneuerungsbedarf der Altbauquartiere, Baulücken in der Innenstadt, aufgegebene Bahn- und Industriegelände sowie Brachen auf dem ehemaligen Mauerstreifen, geführt. Falsche Bevölkerungs- und Wirtschaftsprognosen führten zu einem massiven Wohnraum- und Gewerbeleerstand. Zusätzlich tragen Leerstände in ungünstigen Stadtlagen und abgewerteten innerstädtischen Bezirken zu einer diversen Leerstandsproblematik bei, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Erst innerhalb der letzten Jahre begann in Berlin die gesteuerte und strategische Aktivierung von Leerstand – einerseits aufgrund der Verknappung des Raumangebots, andererseits durch gezielte Quartiersentwicklungsprogramme. Der Bedarf an günstigem Raum in der Metropole ist groß. Es existiert seit der politischen Wende eine heute noch aktive Besetzerszene, die Anspruch auf (Frei-)Raum stellt und zahlreiche junge kreative Menschen, die nur geringe finanzielle Mittel aufbringen können, strömen in die Stadt auf der Suche nach Raum für die Umsetzung ihrer Ideen und Projekte. Darüber hinaus ist Berlin eine Stadt mit großem Anteil an migrantischer Bevölkerung, von denen viele die Möglichkeit eines selbstständigen Einzelhandels wählen und potenzielle Raumsuchende darstellen.

Berlin weckt seit jeher die Assoziation eines Möglichkeits- und Probierraums. Clubs auf ehemaligen Fabrikgeländen, Ausstellungsflächen in leerstehenden Lokalen und urbane Gärten anstelle von Brachen; bis heute zehrt das kreative Image der Stadt von den zahlreichen Freiräumen und alternativen Leerstands- und Freiflächennutzungsmodellen. Die für die alternative Szene vorteilhafte Ausgangsposition des Raumüberschusses relativiert sich jedoch immer mehr und Leerstände rücken immer mehr ins Visier der Immobilienhändler.

2004 wurde die Zwischennutzungsagentur Coopolis von der Stadtplanerin Stefanie Raab gegründet. Arbeitsmotto ist, wie der Name der Agentur ahnen lässt, „Stadtentwicklung durch Kooperation“. Die Agentur widmet sich gezielt solchen Gebieten, die aufgrund ihrer sozio-strukturellen Zusammensetzung als Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf deklariert wurden. Ziel ist die Reaktivierung der leerstehenden Flächen und eine unmittelbare positive Auswirkung auf das Quartier und die Lebensqualität seiner Bewohner.

Ein weiteres Projekt der Agentur war der Aufbau eines Kreativnetzwerks in Neukölln für die Schaffung von Synergien unter den Kulturschaffenden. Das Netzwerk besteht aus 120 in der Kreativwirtschaft tätigen Unternehmen und fördert das kollaborative Arbeiten und das Erschließen neuer Kundenkreise und Märkte durch überregionale Netzwerke.

Auf dem 10.000m2 großen ehemaligen Produktionsgelände der Druckmaschinenfabrik Rotaprint im Berliner Stadtteil Wedding befindet sich die Mietergemeinschaft ExRotaprint. Die Künstlerin Daniela Brahm und der Künstler Les Schliesser, vorerst MieterInnen des Geländes, übernahmen das Areal und gründeten den Verein ExRotaprint als Interessensvertretung der Mietergemeinschaft. Ziel war die heterogene und nachbarschaftsverträgliche Standortnutzung sowie der Erhalt des denkmalgeschützten 50er Jahre Baus. Die heterogene Nutzung wird durch die Einteilung der Flächen in Arbeit, Kunst und Soziales gewährleistet. Besonders durch soziale Einrichtungen wie eine Arbeitsloseninitiative, Deutschsprachkurse für MigrantInnen oder Friedensdorf International wird eine hohe Wirkung auf die Nachbarschaft des sozial schwachen Bezirks ausgeübt. Mit den Mieteinnahmen werden die Bau- und Sanierungskosten bezahlt sowie künstlerische und kulturelle Projekte gefördert.

Bremen “ZZZ”

Die ZZZ ZwischenZeitZentrale nimmt als Vermittlungsagentur neben Quartiersmanagements, Stadtteilinitiativen und Stadtentwicklungsbüros einen hohen Stellenwert im Leerstandsmanagement Bremens ein. Die Agentur ist seit 2009 aktiv und wird von Oliver Hasemann und Daniel Schnier (AAA Autonomes Architektur Atelier) in Kooperation mit Sarah Oßwald aus Berlin und Michael Ziehl aus Hamburg geführt.

ZZZ möchte Leerstand als Möglichkeitsraum verstanden wissen und legt den Fokus dezidiert auf Zwischennutzungen, die primär an künstlerische und kreative bis kulturelle Gruppen, Gewerbetreibende der creative industries, soziale Stadtteilarbeit, soziale Initiativen, migrantische Gruppen sowie Jugendliche vermittelt werden. Es soll ein sozialer Mehrwert generiert werden und Projekte mit nachhaltigem Anspruch enstehen.

Die ZZZ zielt vor allem auf das Schaffen von Anreizen durch Best practice Beispiele von Zwischennutzungen ab und darauf eine gesteigerte Öffentlichkeitswirksamkeit des Objekts zu generieren. Durch mediale Berichterstattung und immer mehr erfolgreiche Projekte kann der Kontakt zu privaten ImmobilienbesitzerInnen aufgebessert werden.

Als Bottom Up Initiative steht ZZZ im engen Austausch mit den städtischen Verwaltungen und fungiert als Schnittstelle in der Kommunikation zwischen diesen und potenziellen NutzerInnen.

Unter dem Titel Bremen 2020 wird vom Senat für Umwelt, Bau und Verkehr ausgehend ein Leitplan unter dem Motto „Bremen 20 – komm nach morgen“ entwickelt. Es handelt sich um einen Stadtentwicklungsplan, der Bremen als Wirtschafts- und Wissensstandort stärken soll. Neben anderen führt das Gewerbeentwicklungsprogramm 2020 das von der ZZZ vermittelte Projekt „Plantage“ als Best practice Beispiel an. Zukünftig sollen mehr Orte nach diesem Vorbild urbaner, also dienstleistungsorientierter, genutzt und entwickelt werden.

Hamburg „GÄNGEVIERTEL”

Am 26.10.2009 ist der gemeinnützige Verein „Verein Gängeviertel e.V.“ von 10 Mitgliedern der Initiative „Komm in die Gänge“ gegründet worden, um für die langfristige Entwicklung des Viertels der Bewegung eine verantwortungsvolle juristische Organisation beiseite zu stellen. Ziele des Vereins sind die Förderung der Kunst und Kultur, des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege sowie Aufgaben im Bereich der Bildung. Im April 2010 ist der Stadt Hamburg ein Nutzungs- und Sanierungskonzept überreicht worden.

Das Gängeviertel in der Hamburger Innenstadt, dessen denkmalwürdigen Häuser viele Jahre lang verfallen sind, während direkt daneben Büro- und Wohntürme gewachsen sind, sollte zu einem Raum werden, in dem Neues entstehen kann. Mit Kunst, Kultur, Gesprächen und sozialen Projekten, sollte in Ateliers und Wohnungen den Räumen wieder Leben eingehaucht werden.

Der Verein, bestehend aus mehr als 200 Menschen, organisiert hier ein lebendiges Programm an Ausstellungen, Konzerten, Parties, Lesungen und Diskussionen, stellt Räume bereit und versteht sich als Plattform und Begegnungsort für Diskurse zu Stadtentwicklung, Kunst, Kultur, Politik und Gesellschaft.

Das Gängeviertel soll ein Freiraum sein für alle. Unter den Slogans „Wir sind die Stadt, denn: Die Stadt sind wir alle.“ Und „Kommt in die Gänge“ ruft der Verein zur aktiven Teilnahme an einem selbstverwalteten und offenen Gängeviertel auf.

Hamburg „PlanBude”

PlanBude ist 2014 aus einer unabhängigen Stadtteilversammlung „St. Pauli selber machen“ im Ballsaal des FC St. Pauli heraus gegründet worden, um die Wunschproduktion für die neuen Esso-Häuser zu organisieren und damit einen neuen Ansatz zu entwickeln, wie Stadt anders geplant und gebaut werden kann oder muss. Der Stadtteil sollte an der Neuplanung der Esso-Häuser beteiligt werden.

Jetzt arbeitet die PlanBude im Auftrag des bezirklichen Baudezernats. Das 6-köpfige Team kommt aus den Feldern der Kunst, Architektur, Urbanistik, Sozialen Arbeit, Musik und Kulturwissenschaft und lebt zum Großteil auf St. Pauli.

In einem einzigartigen Planungsprozess öffnete die PlanBude ihre Türen direkt am Bauplatz, im Herzen St. Paulis, direkt an Reeperbahn und Spielbudenplatz. Der ergebnisoffene Planungsprozess startete im Oktober 2014. Der Bezirk Hamburg-Mitte beauftragte die PlanBude damit, die Beteiligung an der Neubebauung des Esso-Häuser-Areals im Hamburger Stadtteil St. Pauli zu organisieren. Begleitet wird das gesamte Planungsverfahren bis zur Fertigstellung durch den Projektrat, in dem Vertreter der Initiativen, der Parteien, der Bezirk und die Eigentümerin vertreten sind.

Das PlanBude Team konzipierte innovative Planungsmethoden und Beteiligungsformate, um eine breite Partizipation zu gewährleisten. Die breite Palette an Zugängen zum Planungsprozess reichte von Haustürgesprächen, Fragebögen, einem vor Ort installierten Planungscontainer, bis zu anregenden, künstlerischen und anspruchsvollen Tools wie das Knetmodell, das Legomodell, Nachtkarten, Lesungen und Workshops in den umliegenden Kneipen, Lokalen, sozialen Einrichtungen und Kaschemmen.

Über 2300 Beiträge sind in der PlanBude eingegangen. Das Team hat alle Ideen, Zeichnungen und Modelle archiviert, ausgewertet, interpretiert und übersetzt: In funktionale, soziale und bauliche Ansprüche an den Neubau. Auf dieser Basis wurde zwischen PlanBude, Bezirk, Eigentümer Bayerische Hausbau ein Eckpunkt-Papier verhandelt und der gemeinsame Auslobungstext für den Neubau formuliert wie zB. keine Eigentumswohnungen, sondern teils Miet- und teils staatlich geförderte Wohnungen, 2.500m2 „Subkultur und Innovationscluster“, interessante Dachnutzungen wie Skateboardbahn, Kletterwand, Spielplatz und Erholungsflächen für die Mieter etc.

Aus dieser Essenz ist auch der St. Pauli Code entstanden – 7 Punkte, die die Qualitäten und das Lebensgefühl rund um die Reeperbahn beschreiben und auch der zukünftigen Stadtentwicklung die Richtung weisen sollen.

Der städtebauliche Wettbewerb wurde im September 2015 von einer 17 köpfigen Jury entschieden. Der Entwurf der Architektenbüros NL (Amsterdam) und BeL (Köln) ist zum Sieger ernannt worden.

Krefeld „SAMTWEBERVIERTEL”

Im Jahr 2013 ist die Montag Stiftung Urbane Räume mit Unterstützung von NRW.Urban auf das Objekt der Alten Samtweberei und den gesamten Stadtteil aufmerksam geworden. Seit 2007 die Verwaltung ausgezogen ist, haben die ehemaligen Produktions- und Verwaltungsbauten leergestanden. Hier hat man eine gute Möglichkeit gesehen, um die Projektidee „Initialkapital“ umzusetzen und gemeinsam mit der Stadt Krefeld ein Handlungsprogramm „Zukunft für das Samtweberviertl“ erstellt.

Das Projekt „Nachbarschaft Samtweberviertel“ in der Krefelder Südstadt kombiniert die Revitalisierung einer großen, leerstehenden Immobilie mit der gezielten Förderung von Gemeinwesenarbeit und zivilgesellschaftlich getragener Quartiersentwicklung.

Inzwischen sind die ersten Gebäude der ehemaligen Samtweberei umgebaut und von neuen NutzerInnen bezogen, die derzeit pro Jahr rund 1200 Stunden gemeinnützige Arbeit für das Viertel erbringen. Bis 2017 werden alle weiteren Gebäude Schritt für Schritt entwickelt und umgebaut. Es entsteht ein neuer Stadtbaustein aus Wohnen, Arbeiten und verschiedenen öffentlichen Nutzungen unter starker Einbindung der BewohnerInnen des Viertels.

Im Pionierhaus sind 5 Etagen neu belebt worden – hier arbeiten auf 1000m2 Fläche über 60 Leute. Das können sowohl handwerkliche und gestalterische Tätigkeiten, als auch Kunstaktionen, Patenschaften oder auch Beratungen unterschiedlichster Projekte oder Initiativen sein. Es ist auch der Sitz der gemeinnützigen Projektgesellschaft Urbane Nachbarschaft Samtweberei.

Das Torhaus bietet weitere 630m2 Bürofläche als Erweiterung des Pionierhauses, vom 210m2 Großraumbüro hin zu kleineren Einzelbüros. Im Erdgeschoß wird es ab Sommer 2017 ein „Nachbarschaftswohnzimmer“ mit einem großen Mehrzweckraum und Außenterrasse geben. Es soll offener Begegnungsraum für Gruppen und Initiativen des Viertels werden sowie als ruhiger Arbeitsort und als Treffpunkt für die Nachbarschaft dienen.

Im historischen Kern der ehemaligen Samt- und Seidenweberfabrik enstehen 37 Mietwohnungen unterschiedlicher Größe. Gute Nachbarschaft und besondere Wohnqualitäten sollen durch die frühzeitige Einbindung der zukünftigen BewohnerInnen in die Planung gesichert werden. Das Gebäude oder Teile davon werden daher von den späteren MieterInnen mitentwickelt. Es ist ein gemeinschaftliches Wohnprojekt entstanden, wo die zukünftigen Nachbarn sich von Anfang an kennen. Gemeinschaftlich nutzbare Räume und Freiflächen stehen zur Verfügung und die spätere Selbstorganisation bei der Pflege und Nutzung durch einen Bewohnerverein o.ä. sind perspektivisch geplant.

Ab 2017 soll auch der Innenbereich der noch geschlossenen Fabrik für die Nachbarschaft eröffnet werden. Hier findet sich ein großes Areal von ca 3.500m2 großen Fabrikhallen mit ihren charakteristischen Sheddächern – ein großer überdachter Freiraum für Ideen und nachbarschaftliche Nutzung. Es soll eine gemeinschaftlich zu nutzende Fläche für die Anlieger und für das Samtweberviertel geöffnet werden, ein Möglichkeitsraum für Projekte und Aktivitäten aus dem Stadtteil, zB. Sport und Spiel für Kinder und Jugendliche oder für eingestellte Selbstbauwerkstatt. Für einige Sonderereignisse im Jahr könnte die Halle auch als Festplatz genutzt werden. Im rückwertigen Bereich entsteht ein geschützter Gemeinschaftsgarten für Stadtteil- oder Bewohnerinitiativen.

ÜBER UNS

KREATIVE RÄUME WIEN

Das Büro KREATIVE RÄUME WIEN Büro für Leerstandsaktivierung setzt sich aus vier AkteurInnen zusammen:

# SOHO in Ottakring (Schnittstelle zu Kulturschaffenden)
# KOHLMAYR LUTTER KNAPP (Schnittstelle zur Immobilienbranche)
# B&T Bader&Team (Kommunikation)
# Pepelnik&Karl (Rechtsberatung)

Gemeinsam blickt das Team seit 1999 auf siebzehn Jahre Erfahrung mit über 400 Leerstandsaktivierungen zurück – von Kleinstimmobilien bis hin zu einigen tausend Quadratmeter großen Objekten, in denen insgesamt über 1200 KünstlerInnen Projekte durchgeführt haben. Das Konsortium kann auf Ergebnisse aus Verhandlungen und Kooperationen mit über 100 verschiedenen EigentümerInnen und Immobilienfirmen zurückgreifen, darunter so namhafte Firmen wie JP-Immobilien, IMV Immobilienmanagement und Wiener Wohnen, und hat zahlreiche kulturelle Großprojekte erfolgreich abgewickelt. KREATIVE RÄUME WIEN bündelt ihre langjährigen Erfahrungen und umfangreiches Know How, um sich für die nachhaltige Belebung von leerstehenden Räumen in Wien einzusetzen und die Agentur zu einem fixen und gut funktionierenden Teil der Stadt werden zu lassen.

„Die Zusammenarbeit zwischen SOHO in Ottakring und Kohlmayr/Lutter/Knapp ist die ideale Verbindung aus etablierten und jungen AkteurInnen, aus Kunst und Kreativwirtschaft, aus freier Szene und planerischer Perspektive.“, meint Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

DOWNLOAD LOGO

In der unten befindlichen Zip-Datei stehen unterschiedliche Logovariationen zum Download bereit.

Logovariationen der Kreativen Räume Wiens (ca. 3,4MB)

Bei Gebrauch des Logos ist zu beachten, dieses einzig im Zusammenhang mit den KREATIVEN RÄUMEN WIEN und nur mit dem Hinweis „Mit Unterstützung von / In Kooperation mit [LOGO]“ zu verwenden. Es darf ausschließlichin den vordefinierten Darstellungsweisen (siehe Logo Manual) abgebildet werden.

Weitere Informationen: Kreative-Räume-Wien Logo Manual (ca. 0,5MB)

Bei weiteren Fragen zur Anwendung des Logos wenden Sie sich bitte an office@kreativeraeumewien.at

PARTNER

Nationale Partner

Akademie der Bildenden Künste, Wien
Az W
bauchplan).( landschaftsarchitektur und –urbanismus, Wien
Brunnenpassage, Wien
Conwert Immobilien
Dérive
ethnocineca – International Documentary Film Festival Vienna
Fakultät für Architektur und Raumplanung, TU- Wien, future.lab
Gebietsbetreuung* 3/4/5
Gebietsbetreuung* 7/8/16
Gebietsbetreuung* 9/17/18
Grätzloase
Lebendige Lerchenfelder Straße
Lebendige Straßen Wien
Lendwirbel, Graz
Lenikus Immobilien
Lokale Agenda Wien
MA 18 Stadtentwicklung und Stadtplanung
MA 18 Stadtentwicklung und Stadtplanung – Projektkoordination Mehrfachnutzung
MA 21 Stadtteilplanung und Flächennutzung
MA 7 – Kulturabteilung der Stadt Wien
Magistratsdirektion – Geschäftsstelle Infrastruktur und Stadterneuerung
NEST – Agentur für Leerstandsmanagment GmbH
Österreichischer Städtebund
Paradocks – bridging potential
VHS Ottakring
Werksalon Co-Making Space GmbH
Wertinvest
Wirtschaftsagentur Wien

Internationale Partner

Banlieues d´Éurope, Frankreich
Bostjan Bugaric (Architekt), Ljubljana/ Berlin
CCEA – Centre for Central European Architecture, Prag
Creative Europe
E.C.C.E. – European Centre for the Creative Economy
JPI Urban Europe
Kulturreferat München
Prinzessinnengartn, Berlin
Seismic
ZZZ – ZwischenZeitZentrale Bremen

KONTAKT

KONTAKT

KREATIVE RÄUME WIEN
Büro für Leerstandsaktivierung

KRW Kreative Räume Wien GmbH
@Das Packhaus
Mag. Thomas Kerekes MSc. BSc.
Marxergasse 24/2
1030 Wien
E: office@kreativeraeumewien.at
T: +43 (0)676 643 20 66

(telefonische Anfragen werden von Montag bis Freitag von 11.00 – 15.00 Uhr entgegengenommen)

PRESSE

PRESSEKONTAKT

Bei Interviewwünschen und sonstigen Anfragen wenden Sie sich bitte an

B&T Bader und Team GmbH
Sandra Matejka, BA BA
Wichtelgasse 37/28
1160 Wien
T: 01 524 0542 – 11

E: matejka@baderundteam.at
W: www.baderundteam.at

MEDIENINFO

Medieninformationen zum Mediengespräch : Donnerstag, 06. Oktober 2016 – 10:00

Medieninformation Kreative Räume Wien (PDF, 1MB)

Medieninfo OPENmarx (PDF, 42KB)

Medieninfo Zwischennutzung in Neu Marx (PDF, 0,7MB)

PRESSEFOTOS

Das Packhaus
Marxergasse 24, 1030 Wien
© Veronika Kovacsova

Das hinterhof:lab, Außenansicht
Neubaugasse 25, 1070 Wien
© Amina Stella Steiner

Salatpiraten, Gemeinschaftsgarten
Kirchengasse 46, 1070 Wien
© Salatpiraten

Johannes Doppler
Opferblut Comic
© Kunstschule Wien

Mobiles Stadtlabor OPENmarx in Neu Marx einem Entwicklungsgebiet der WSE
© Lukas Preisinger

Standort Siebenbrunnengasse 19-21
1050 Wien
© Nadine Wille, Wiener Künstlerhaus

Betonküche
© David Schreyer

Grätzlhotel
© Julian Mullan

ZOOM Dezentral
© ZOOM Kindermuseum Wien

SOHO 2012 – Endlose und Reihe
Installation aus Papiermaché und Gratiszeitungen
© Krisztina Erde

Teamfoto
© Mehmet Emir

Thomas Kerekes
© Mehmet Emir

Christian Knapp
© Mehmet Emir

Das Packhaus
Marxergasse 24, 1030 Wien
© Marija Jociute

Das hinterhof:lab, Innenansicht
Neubaugasse 25, 1070 Wien
© Amina Stella Steiner

Salatpiraten, Gemeinschaftsgarten
Kirchengasse 46, 1070 Wien
© Salatpiraten

Kulturnetz Hernals/ Shizzle, Das Shizzleteam im temporären Kulturzentrum „Schüssel, Die“
Hernalser Hauptstraße 37, 1170 Wien
© Gabriel Gruber

Mobiles Stadtlabor OPENmarx in Neu Marx einem Entwicklungsgebiet der WSE
© Astrid Strak

Urbanize! 2016, Festivalzentrale Gschwandner, Geblergasse 36-40, 1170 Wien
© Karolina Plaskova

Betonküche
© Marko Mestrovic

Grätzlhotel
© Julian Mullan

ZOOM dezentral
© ZOOM Kindermuseum Wien

Teamfoto
© Mehmet Emir

Teamfoto
© Mehmet Emir

Ula Schneider
© Mehmet Emir

Harald Karl
© Mehmet Emir